Als Fotograf und Kameramann bin ich mir nicht gewohnt, bei der Arbeit schmierige und dreckige Hände zu erhalten. Alle 250 Betriebsstunden muss bei der Hauptmaschine von der MV SAN GOTTARDO ein Service gemacht werden. Egal, in welchem Hafen das Schiff steht oder sogar weit im Norden in der Arktis. Das gilt auch für alle Nebenaggregate. In den drei vergangenen Jahren habe ich gelernt, wie diese Arbeiten ausgeführt werden müssen und dass es immer wieder dreckige Hände gibt. Im heutigen Beitrag erzähle ich Euch von einer wirklichen Sauerei im Maschinenraum.

Nicht überall ist der Diesel so sauber wie in der Schweiz. Zudem entsteht in diesen grossen Tanks eine erhebliche Menge Kondenswasser. Beides, Dreck und Wasser, darf auf keinen Fall in den Motor gelangen. Eine wirkliche Drecksarbeit ist das Wechseln der Brennstoff-Filter. Für die Brennstoffreinigung arbeiten mehrere Systeme zusammen. Die Auf dem Bild zu sehende Filteranlage für die Generatoren hat die Aufgabe, als erste Filterstufe Wasser und Dreck aus dem Diesel zu entfernen. Die Qualität ist danach eigentlich gut genug, um direkt im Motor verbrannt zu werden. Trotzdem ist eine zweite Filteranlage direkt am Motor der Generatoren installiert, die noch die kleinsten Verschmutzungen raus filtert.

Wie dreckig die Filter nach nur 250 Betriebsstunden sind, seht ihr auf den folgenden Bildern. Wer den Dieselgeschmack nicht riechen kann, wird leiden. Beim Öffnen der Filteranlage und der Demontage der Schaugläser läuft der Diesel über die Hände den Armen entlang. Das ist wirklich eklig. Alles ist mit zähem Dreck verklebt und muss gereinigt werden. Ich gehöre auch zu den Menschen, die zwar gerne mit den Händen werkeln, aber das müsste nicht sein.

Links der neue Filter, rechts der Filter nach 250 Betriebsstunden.

Ich war froh, als alles wieder sauber mit neuen Filtern zusammen gebaut war. Doris hat mir viel geholfen. Sie leidet bei solchen Dreckarbeiten mit Brennstoff noch viel mehr als ich. Unser Tag neigte sich langsam zum Ende und wir hatten Hunger. Die letzten Arbeiten konnte ich alleine fertig machen und Doris bereitete das Essen zu. Ihr Glück, denn so ganz am Schluss muss das System wieder mit Diesel aufgefüllt und entlüftet werden. Luft in Dieselleitungen geht gar nicht. Diesel in der Luft aber auch nicht.

Aber genau das passierte mir, als ich die Entlüftungsventile geöffnet hatte und die Entlüftungspumpe einstellte. In den Gedanken bereits beim Nachtessen fühlte ich plötzlich von allen Seiten ein Dieselregen. Ich hatte nicht aufgepasst und über die Entlüftungsventile spritze der Brennstoff mit Hochdruck heraus, prallte an den Wänden und am Motor ab und duschte mich so von allen Seiten. Und weil ich die Augen nicht mehr öffnen konnte, fand ich den Schalter erst nach einer gefühlten Ewigkeit. Die weiteren Details erspare ich euch. Der Motorraum ist wieder sauber und ich darf wieder neben Doris im Bett schlafen.

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