In Leserkommentaren von Zeitungen wurde das Voting vom SWISS ARCTIC PROJECT manchmal heftig kritisiert. Es gibt keine versteckten wirtschaftlichen Interessen und auch Steuergelder werden keine “verschleudert”. Wie bei jedem Wettbewerb gibt es aber Sieger und Verlierer. Patrizia Widmer hat es nicht geschafft und nicht genügend Stimmen für das Casting erhalten. In einem Facebook-Post offenbart sie ihre Gedanken dazu. Mit ihrer Zustimmung veröffentliche ich hier ihren Text. Er hat das ganze Team berührt.

“Erstmal danke an alle, die beim swissarcticproject für mich gestimmt haben. Zuerst habe ich mir überlegt euch nochmal um eure Stimme zu bitten, doch eigentlich liegt mir etwas anderes auf dem Herzen. Als ich am vorletzten Wochenende beim International Swiss Talent Forum war von Schweizer Jugend forscht, habe ich einigen meiner Teamkameraden gesagt sie sollen doch bitte für mich abstimmen. Ein Kollege aus Singapur fragte mich dann, wie das Ganze funktioniert und als ich es ihm dann erklärt hatte fragte er mich etwas verwirrt: «So, is it like a popularity contest?». Darauf hatte ich damals keine bessere Antwort als «Yes, kind of…». Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich habe mir andere Profile angesehen und mir gedacht: «Was machen die besser als ich?».

Es war für mich auch frustrierend zu sehen, wie einige nun schon über 1000 Stimmen zusammenbekommen haben und ich erst 300, obwohl ich das Ganze doch auf allen möglichen Plattformen geteilt habe. Ich habe an mir gezweifelt. Ich habe mich nicht getraut das Ganze noch mehr zu promoten, da ich die Leute nicht nerven wollte. Der Sinn des Ganzen habe ich, glaube ich, aber erst vor kurzem wirklich erkannt. Ich habe mir einige Profile und deren Videos angeschaut, wie zum Beispiel von Nicola Hasler, Jacqueline Thiele, Clémence Gallopin, Mauro Hermann und natürlich habe ich mir auch die Videos von meinen Mitstudentinnen Helena Gini Ebersole und Janine Wetter angeschaut. Ich war sehr gerührt von ihrer Leidenschaft!

Das Projekt ist zwar auf eine Art schon ein «popularity-contest», bzw. ein Wettbewerb möglichst virale Posts gestalten zu können, doch das Swiss Arctic Project ist noch viel mehr als das! Ich denke es wurden schon jetzt so unglaublich viele Menschen über den Klimawandel aufgeklärt und, wie ich, angeregt sich mehr Gedanken dazu zu machen, was mich extrem freut. 
Ich bin zum Schluss gekommen, dass es okay ist die Leute mit dem Thema Klimawandel etwas zu nerven, falls man ihn dadurch auch nur ein bisschen abschwächen kann. Denken wir nur alle mal an die drastischen Auswirkungen, die der Klimawandel haben wird, wie, dass zum Beispiel Tierarten aussterben werden, Menschen ihre Heimat verlieren werden, extreme Wetterereignisse, wie Dürren und Überflutungen immer häufiger werden und wir dadurch alle direkt betroffen sein werden (und es jetzt auch schon sind)!

Schlussendlich finde ich das Projekt klasse, auch wenn ich, wie es nun aussieht, ziemlich sicher nicht in die Arktis fahren werde.😉
Es ist nicht wichtig, dass genau ich aus der Arktis berichte, sondern, dass dies überhaupt jemand macht und ich freue mich schon darauf die Posts und Berichte der Gewinner zu lesen und mehr über den Klimawandel zu lernen. 😊
Ich danke euch trotzdem allen und würde euch empfehlen noch weitere Profile auf swissarcticproject.org anzusehen. Nebst denen, die ich oben erwähnt habe, gibt es sicherlich noch viele weitere interessante Kandidaten, die eure Unterstützung verdient haben.
Danke, wenn ihr diesen viel zu langen Text bis zum Ende gelesen habt 😅”

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